Tagestipps im Radio

Tagestipps

Dienstag 18:25 Uhr Ö1

Journal-Panorama

Für viele Afroamerikaner/innen wäre Harriet Tubmans Porträt auf der US-Banknote ein Meilenstein. Gestaltung: Michael Marek und Anja Steinbuch. In den USA ist Harriet Tubman eine Legende, in Europa kennen die 1822 geborene Sklavin und schwarze Freiheitskämpferin nur wenige. Um ihr Leben ranken sich Heldengeschichten und Mythen. 1849 selbst der Sklaverei entflohen, half sie bis zum Ende des Sezessionskriegs 1865 zahlreichen Sklavinnen und Sklaven bei deren Flucht aus den Südstaaten in die Nordstaaten der USA oder nach Kanada. Später engagierte sie sich in der Frauenbewegung. Schon bald soll Harriet Tubmans Porträt den neuen 20-Dollar-Schein schmücken und das von Andrew Jackson ersetzen, der nicht nur US-Präsident, sondern auch Sklavenbesitzer gewesen war. Doch um das Vorhaben, erstmals eine Afroamerikanerin auf einer Banknote zu würdigen, ist ein Streit entbrannt. Bisher sind auf dem "Greenback" ausschließlich Ex-Präsidenten und Gründerväter der USA zu sehen. Die weiße Alt-Herrenriege bekommt Konkurrenz, so hat es der neue US-Präsident Joe Biden entschieden.

Dienstag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Katja Bigalke Freiheit, Fortschritt, Frauenpower Afrikanerinnen auf dem Vormarsch Von Dunja Sadaqi und Antje Diekhans In den Medien und in vielen Köpfen gelten sie als unterdrückt, arm und abhängig - oft mit Konflikten und Gewalt konfrontiert. Die Realität auf dem afrikanischen Kontinent ist für viele Afrikanerinnen längst eine andere. Sie prägen die Politik ihres Landes, kämpfen an vorderster Front für Frieden und Freiheit, sind Umweltaktivistinnen, führen Weltwirtschaftsorganisationen an und prägen internationale Schönheitsideale. Zeit für eine Replik.

Dienstag 19:05 Uhr Ö1

Dimensionen

Der Patient als Mediziner Mit Bürgerwissenschaft gegen Mukoviszidose Von Juliane Ziegler Wer krank ist, weiß oft selbst am besten, wie mit der Erkrankung umzugehen ist. Auf diesem Ansatz beruht die "Patient Science", eine Art Bürgerwissenschaft in der Medizin. Dabei fungieren Laien nicht nur als Datenzulieferer, sondern interagieren auf Augenhöhe mit den Wissenschaftlern. Ein solches Patient-Science-Projekt zu Mukoviszidose - einer seltenen Stoffwechselkrankheit, die meist die Lunge betrifft - wurde vor kurzem in Deutschland abgeschlossen. Drei Jahre lang haben zwölf Patientenforscher/innen und acht Berufsforscher/innen neue Erkenntnisse über diese noch immer unheilbare Krankheit gesammelt. Was war dabei anders? Konnten bessere Ergebnisse gewonnen werden, weil Betroffene gleichberechtigt mitarbeiteten? Oder wurden vor allem andere Forschungsfragen gestellt?

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Die Mauerspringer Einmal Westberlin und zurück Von Dieter Wulf Regie: Anna Panknin Produktion: Deutschlandfunk 2021 Sturmo und Mücke, 17 und 18, wohnen im Potsdamer Grenzgebiet. Eines Nachts im April 1971 springen sie unentdeckt über die Mauer. Es ist eine spontane Aktion. Mithilfe einer Teppichstange schaffen es die beiden unentdeckt in den Westen. Die Jungs stromern durch Westberlin, aber einen Plan haben sie nicht. Und so entschließen sie sich am nächsten Abend, an gleicher Stelle wieder zurückzuklettern, zurück in die DDR. Und wieder werden sie nicht entdeckt - vorerst. Dann hört die Stasi die Gerüchte von diesem unglaublichen Jugendstreich. Doch weil der Onkel von einem der Jungs im Politbüro sitzt, darf niemand etwas erfahren. Der nächtliche Ausflug nach Westberlin wird zum Staatsgeheimnis. Die Mauerspringer

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Die entkoppelte Börse Aktien um jeden Preis Von Beate Krol Trotz Pandemie befinden sich die Aktienkurse im Höhenflug. Doch die Folgen der Pandemie für die Wirtschaft sind noch längst nicht abzusehen. Wie lange hält die Euphorie vor dem Absturz? Was ist bloß los an der Börse? Die Wirtschaft ächzt unter Corona, doch die Aktienkurse eilen nach einem kurzen Einbruch im März 2020 von einem Rekord zum nächsten. Selbst Unternehmen, um die es schlecht steht, werden hoch gehandelt. Und auch bei vielen Technologiekonzernen haben der reale Wert und der Börsenwert nichts mehr miteinander zu tun. Dazu mischen Privatanleger kräftig mit, die sich in Internetforen organisieren: Junge Aktionäre versuchen, einen Computerspiele-Händler zu retten, der den Anschluss verpasst hat. Hobby-Spekulanten treiben den Silberkurs künstlich in die Höhe. Ist das alles der schiere Wahnsinn? Ein Spiel mit virtuellen Milliarden? Und was bedeutet es, wenn sich die Börse von der Realwirtschaft abkoppelt?

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Deutsche Reinheit, deutscher Durst Ein Bierblues-Feature Von Peter Schanz NDR/DKultur/BR 2016 Das Bayerische Reinheitsgebot, Urmutter aller lebensmittelrechtlichen Verordnungen, ist über 500 Jahre alt. Es ist an der Zeit, den ehernen Hopfen Malz-Fundamentalismus näher zu betrachten und dieses scheinbar heilige Gebot zu hinterfragen: was kommt rein ins Bier, und wer braut reiner? Verhindern deutsche Sauberkeitsapologeten eine kreative Weiterentwicklung der Braukünste? Auf einer Reise von Flensburg über Berlin zur Münchner "Wies`n", werden alte und neue Sudstätten heimgesucht, Brauer und Trinker zu Wort gebeten - in Bierkellern, Volksfesten und bei den jungen Handwerkern der Craft-Beer-Szene. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:03 Uhr Nachrichten, Wetter Feature

Dienstag 20:05 Uhr Bayern 2

Nachtstudio

Über das Ziehen, Erkennen und Überschreiten von Grenzen Von Markus Metz Die Welt ist voller Grenzen, und die meisten von ihnen sind uns selbstverständlich: die Grenzen unseres Landes, die Grenzen unseres Gartens, die Grenzen des guten Geschmacks oder die Grenzen der eigenen Mathematik-Fähigkeiten. Daneben gibt es auch Ereignisse wie das Übertreten oder Ignorieren von Grenzen oder umgekehrt willkürliche Grenzziehungen. Grenzen sichern und sie entzweien, Grenzen ordnen und sie sind ewiger Streitgrund. Das alles scheint so sehr in Geschichte, Sitte und Alltag aufgelöst, dass man vergessen könnte, eine grundsätzliche Frage zu stellen: Was ist das eigentlich, eine Grenze? Gewiss kann jede Grenze bewertet werden - und die ehemalige deutsch-deutsche Grenze mag ein Musterbeispiel dafür sein, wie man eine Grenze bewertet: Es hängt deutlich vom eigenen Standpunkt dies- oder jenseits des Grenzzaunes ab. Jede Grenze öffnet sich nur, so scheint es, wenn sich dafür eine andere ziehen lässt. Und jede Grenze, die verschwindet, hinterlässt eine Narbe; in der Landschaft bestimmt, als Architektur vielleicht (als Monument wie die große chinesische Mauer zum Beispiel), aber gewiss in den Köpfen. Die Erfahrung mit "unserer" sehr speziellen Grenze und mit ihren teils immer noch unglücklichen Nachwirkungen ist Ausgangspunkt für eine Assoziationsreise durch Geschichte und Geschichten, Politiken und Kulturen, Erfahrungen und Fiktionen der Grenze. Grenzen sieht man, Grenzen erfährt man, Grenzen erzählt man und Grenzen erklärt man. Manchmal besingt man sie sogar. Und gewiss spielen Grenzen eine wichtige Rolle in den Träumen. Aber bei alledem bleibt jede Grenze doch vor allem ein widersprüchlicher Ort. Das Drüben soll draußen bleiben und weckt doch Neugier und Sehnsucht. Und jede Grenze ist, wenn auch in sehr unterschiedlichen Mischungen, sowohl Schutz als auch Gefängnis. Grenzen wollen immer zugleich etwas offenbaren und etwas verbergen. Grenzen sind selbstverständlich schwer zu verstehen. Bemerkenswerterweise aber gibt es kaum Vertreter einer Idee des "Grenzenlosen" als Utopie. Wenn überhaupt, dann ist Leben, Denken und Fühlen ohne Grenze im Bereich der Transzendenz angesiedelt. Im richtigen Leben können Grenzen umstritten, ambivalent oder lästig sein, aber auch ein notwendiges Übel gegen Chaos und Unsicherheit. Was wären wir ohne Grenzen?

Dienstag 21:00 Uhr SRF 2 Kultur

Jazz Collection

Maria Schneider - selbst genäht hält besser Kurz, knallig, trashig? Alles was heute angesagt wäre in der schnellen Welt der sozialen Medien ist nicht ihr Ding. Maria Schneider steht für grosse Bögen, für Ruhe und Zeit, und für umwerfende Arrangements.

Dienstag 21:05 Uhr Deutschlandfunk

Jazz Live

Post-Coltrane-Power Christof Lauer, Tenor- und Sopransaxofon Tony Lakatos, Tenor- und Sopransaxofon Hans Glawischnig, Kontrabass Jean Paul Höchstädter, Schlagzeug Aufnahme vom 7.11.2020 beim Jazzfest Berlin/Hessischer Rundfunk Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt Tony Lakatos und Christof Lauer gehören seit den 1980er-Jahren zu den führenden Tenorsaxofonisten Europas. Das Zusammentreffen der beiden Energiebündel mit der eingespielten Rhythmusgruppe der hr-Bigband war der swingendste Beitrag zum Jazzfest Berlin 2020. Das Online-Festival im Pandemiejahr hatte auch eine "Radio Edition" im Programm. Dafür war die traditionelle Zusammenarbeit mit ARD und Deutschlandradio um gestreamte Aufzeichnungen aus acht Funkhäusern erweitert worden. Der Hessische Rundfunk stellte ein Quartett aus erfahrenen Rundfunk-Big Band-Musikern zusammen. Der mit der Frankfurter Szene eng verbundene Saxofonist Christof Lauer, bis vor Kurzem in Diensten der NDR Bigband, traf auf seinen ungarischen Instrumentalkollegen Tony Lakatos, den österreichischen Bassisten Hans Glawischnig und den Schlagzeuger Jean Paul Höchstädter, alle Mitglieder der hr-Bigband. Ein kraftvoll swingender Auftritt im Geiste des modernen Post-Coltrane-Jazz.

Dienstag 22:00 Uhr NDR Blue

Nachtclub NDR Blue in Concert

Heute mit AnnenMayKantereit (1/2) Christopher Annen, Henning May und Severin Kantereit kommen aus Köln und sind die aktuellen Mitlgieder von AnnenMayKantereit. Drei Alben haben sie schon veröffentlicht. Mit der rauen Stimme von Sänger Henning May und Songs wie "Oft Gefragt" oder "Barfuß am Klavier" hat sich die Band auch schon jede Menge Fans erspielt. Auch live ist die Band ein Highlight: Wir haben für Sie den Mitschnitt von AnnenMayKantereit beim Hurricane Festival 2019.

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