Tagestipps

Freitag 19:05 Uhr BR-Klassik

Das Musik-Feature

"Ohne sie hätte niemand von uns überlebt" Alma Rosés Mädchenorchester von Auschwitz Von Arne Reul Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr Anschließend: Pavel Haas: Suite, op. 17 (Christian Schmitt, Oboe; Alessandra Gentile, Klavier); Viktor Ullmann: "Hölderlin-Lieder" (Christiane Oelze, Sopran; Eric Schneider, Klavier) Alma Rosé entstammt einer österreichischen Musikerfamilie. Ihr Onkel ist Gustav Mahler, ihr Vater Arnold Rosé, Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Und auch Alma tritt in die musikalischen Fußstapfen des Vaters und wird Geigerin, aber sie geht ganz eigene Wege. So gründet sie in den 1920er Jahren ein Unterhaltungsorchester, das nur aus Frauen besteht und mit dem sie in ganz Europa konzertiert. Doch als sich das faschistische Deutschland 1938 Österreich einverleibt, ändern sich die Dinge schlagartig. Zwar gelingen Alma und ihr Vater die Flucht nach England, doch konzertiert Alma auch in Holland. Hier wird ihr mit dem Einmarsch der Nazis der Rückweg nach England versperrt und sie wird nach Ausschwitz verschleppt. Dort leitet sie bis zu ihrem Tod im April 1944 das "Mädchenorchester von Auschwitz". Aber die meisten anderen Musikerinnen überleben den Holocaust. "Ohne sie", so die Cellistin Anita Lasker-Wallfisch, "hätte niemand von uns überlebt".

Freitag 19:05 Uhr Ö1

matrix - computer neue medien

Medien-Klischees und wie Digital Natives selbst ihre Welt sehen Sie rennen mit gebeugtem Kopf und steifem Handy-Nacken durch die Straßen, während sie auf ihr Smartphone starren und langsam drüber wischen: Die Smombies, also Smartphone-Zombies, die ständig online sind und nur sehr selten auftauchen aus ihrer glitzernden Instagram-Parallel-Welt oder der finsteren Online-Gaming-Hölle. Während sie die neuesten Filter-Selfies ihrer Freunde liken, schnell über ein paar Nachrichten scrollen, mit einem Ohr einem YouTube-Video lauschen und Emojis verschicken, suchen sie mit einem weiteren Wisch in Dating-Apps wie Tinder nach Flirts, Lebensabschnittspartnern und Liebschaften. Sie alle sind internetsüchtig und wissen nichts mehr, sie googeln alles und können nicht mehr sinnerfassend lesen, weil digitale Medien sie ständig von allem ablenken. Das Bild der älteren Generation von den 20 - 30-jährigen ist nicht sehr schmeichelnd. Und vor allem ziemlich falsch. Matrix hat Jugendliche und junge Erwachsene mit diesen Klischees konfrontiert und sie nach ihrem und dem Mediennutzungsverhalten ihrer Eltern gefragt, mit ganz erstaunlichen Ergebnissen. Moderation: Wolfgang Ritschl Redaktion: Franz Zeller

Freitag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Mikrokosmos - Die Kulturreportage

Hochzeitsmessen Eine Nation im Heiratsfieber Von Johanna Rubinroth Der Heiratsmarkt boomt. 2018 wurde so viel geheiratet wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Und das obwohl jede dritte Ehe in Deutschland mit einer Scheidung endet. Inspiration für den Tag der Eheschließung holen sich Heiratswillige auch auf Hochzeitsmessen. Ist das reiner Kommerz oder pure Romantik? Ob wie im Märchen mit Diadem, unter Wasser, im Heißluftballon oder im Fußballstadion, die Hochzeit ist für viele einer der wichtigsten Tage im Leben und da soll alles perfekt sein. Und der Perfektionsdruck scheint immer mehr zu steigen, denn in den sozialen Medien zeigen nicht nur Freunde und Bekannte ihre Traumhochzeiten - auch Prominente setzen unerreichbare Maßstäbe. Johanna Rubinroth hat sich in Berlin auf einer Hochzeitsmesse umgeschaut und sich gefragt, wohin der Trend geht, wie sehr die deutschen Hochzeitsträume von Amerika beeinflusst sind und inwiefern der Konsumrausch noch Platz für Zwischenmenschliches lässt. Eine Nation im Heiratsfieber

Freitag 19:30 Uhr Ö1

Jazztime

Retro-Fusion und freie Improvisation Live aus dem RadioCafe An seiner eigenen Variante eines zeitgenössischen elektrischen Jazz-Sounds arbeitet das 2015 in Wien gegründete Trio mit dem gefährlich klingenden Namen "Killah Tofu": Aaron Steiner (Keyboards), Joachim Huber (Bass) und Michael Naphegyi (Schlagzeug) amalgamieren auf originelle Weise Retro-Fusion-Elemente mit freier Improvisation, psychedelischen Synthie-Drones sowie Grooves aus Hip-Hop und Dubstep. Mit Andreas Felber plaudern die drei über das 2019 veröffentlichte zweite Album "Scarraphon", über die Frage, welche Publikumsschichten sie mit ihrer Musik ansprechen wollen und können, und wie sich das Berufsleben aus der Perspektive junger Jazzmusiker/innen darstellt. Die drei Herren von "Killah Tofu" werden dabei auch live zu ihren Instrumenten greifen! Gestaltung: Andreas Felber

Freitag 20:00 Uhr Ö1

Kabarett direkt

Katharina Strasser "Alles für"n Hugo" Live aus dem Wiener Rabenhof Moderation: Bernhard Fellinger Hans Weigel wollte Cissy Kraner in den Rang der "Kammerdiseuse" heben. 1918 als Gisela Kraner in Wien geboren, hatte sie ihr erstes Engagement mit 15 Jahren - als Tanzsoubrette in St. Pölten. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Hugo Wiener, mit dem sie 50 Jahre verheiratet war, hat sie österreichische Kabarettgeschichte geschrieben. In dem Programm "Alles für"n Hugo" ist Katie Straßer Cissy Kraner! Kraner ist für die Volksschauspielerin Nachkriegs-Austrop mit Kultpotential. Der Diseuse und ihrer unvergleichlichen Darstellungskraft widmet die Katharina Straßer einen mit Sicherheit unschüchternen Würdigungsabend am Boulevard Erdberg. Cissy Kraner, Grande Dame des österreichischen Musikkabaretts, war eine großartige Komikerin und hat mit Hugo Wiener Preziosen satirischer Chansons von zeitlosem Blick in die wienerische Seelenlandschaft geschaffen. Ihr Habitus, ihre Stimme, ihr Sound sind unvergessen und haben Katharina Straßer dazu inspiriert, das Gesamtkunstwerk von Cissy Kraner und Hugo Wiener für eine neue Generation wiederzubeleben.

Freitag 20:03 Uhr SRF 1

Hörspiel

«Der Phonograph treibt auf dem Meer» von Jean-Claude Danaud Ein ungleiches Duell steigert sich zu einer furiosen Groteske, die am Schluss nur Verlierer zurücklässt: gefühlsträchtige, fantasieverklärte Erinnerungen bei einem ehemaligen Theaterstar gegen handfeste materielle Interessen bei einem Makler.

Freitag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Rechte Kulturstörung Eine Bestandsaufnahme Von Agnes Steinbauer Regie: Claudia Kattanek Produktion: Dlf 2020 Ein Afrikaner als Hauptmann von Köpenick? Unmöglich! Erinnerung an Nationalsozialismus? Nestbeschmutzung! Homosexuelle auf der Bühne? Missbrauch öffentlicher Mittel! "Kunst und Wissenschaft sind frei", steht in Artikel 5 des Grundgesetzes. Dort ist auch die Meinungsfreiheit garantiert, die Rechtsextreme gegen Andersdenkende nutzen. Aus der deutschen Kultur soll verschwinden, was nicht ihren nationalen Werten entspricht. Was nicht ins ,völkische" Weltbild passt, wird infrage gestellt und angegriffen. Rechtspopulisten verstehen Kultur mehr und mehr als politische Kampfzone. Sie stören Theatervorstellungen, verbreiten Hassmails, stellen rassistisch motivierte Anfragen in Parlamenten oder versuchen, Kultureinrichtungen den Geldhahn abzudrehen. Seit 2016 sind in Deutschland über 40 solcher Fälle aktenkundig. In Berlin wollte die AfD die Etats von drei missliebigen Theatern kürzen - darunter den des Friedrichstadt-Palastes. Zuvor hatte Intendant Berndt Schmidt der AfD vorgeworfen, eine ausländerfeindliche Stimmung gegen sein multikulturelles Ensemble zu schüren und ein Klima der Angst zu verbreiten. Im Stuttgarter Landtag verlangte man eine Offenlegung der Staatsangehörigkeit von Künstlern an Opernhäusern und Theatern Baden-Württembergs. In Sachsen-Anhalt forderte die AfD im Landesparlament "die Vermittlung nationaler Identität" als Aufgabe des deutschen Theaters ... Wohin führt das alles? Rechte Kulturstörung. Eine Bestandsaufnahme

Freitag 20:05 Uhr NDR Blue

NDR Blue In Concert

Das tägliche Radiokonzert - Heute mit Neneh Cherry (1/2) Die schwedische Musikerin ist die Halbschwester von Eagle-Eye Cherry und die Stieftochter von Don Cherry. Ihre eigene Musik ist eine Mischung aus Hip-Hop, Dance und Trip-Hop, fünf Alben hat sie damit veröffentlicht. 2018 erschien zuletzt die Platte "Broken Politics", die sie auch beim Les Creatives Festival in Genf vorgestellt hat: Wir haben für Sie den Mitschnitt des Konzerts von Neneh Cherry vom 14. November 2018.

Freitag 22:06 Uhr SRF 2 Kultur

Late Night Concert

Mingus Big Band am Festival Onze Plus 2019 Der US-amerikanische Jazzkontrabassist Charles Mingus war eine markante Figur. Nicht nur wegen seinem fetten Basssound und seinen erdigen Kompositionen, sondern auch wegen seiner kratzbürstigen Persönlichkeit.

Freitag 23:00 Uhr Cosmo

COSMO Live

Kobo Town Omar Sosa & Seckou Keita - Kobo Town vereint Calypso, Reggae und akustische Elemente mit innovativen Produktionstechniken, Gesellschaftskritik und einer Indie Rock-Attitüde. Omar Sosa & Seckou Keita bieten eine einzigartige Synthese kubanischer und afrikanischer Musik. Die beiden Highlights des Glatt & Verkehrt Festivals hört ihr heute in COSMO Live! Calypso gilt in Kobo Town, einem Stadtteil von Port of Spain auf Trinidad, als Zeitung des kleinen Mannes. In den Fünfzigerjahren haben nach London migrierte Calypsonians diese Tradition mitgenommen. Hier erzählten sie in ihren Songs von den Eigenarten und Bräuchen, die das Königreich so zu bieten hatte. Diese Musik diente so als Instrument für Protest und Poesie. Kobo Town führen dies mit ihrem durch Reggae und Ska beeinflussten Sound fort. Die Texte behandeln alltägliche Probleme der karibischen Communities und thematisieren Rassismus, Armut, Heimatlosigkeit und Korruption. Omar Sosa ist ein Großmeister am Klavier. Vor 25 Jahren verließ er seine Heimat Kuba in Richtung Ecuador, dann stoppte er in San Francisco. Dem Jazz kubanischer Prägung ist er treu geblieben, mit weltweitem Erfolg. 2012 gab es die folgenreiche Begegnung mit Seckou Keita, einem Virtuosen aus der Jahrhunderte alten Griot-Dynastie der Keita. 13 Jahre jünger als Omar Sosa gilt er als bedeutender Erneuerer des traditionellen Kora-Spiels. Inzwischen zog er von Senegal nach England und machte zuletzt mit dem Duo-Projekt mit der walisischen Harfenistin Catrin Finch auf sich aufmerksam. Nach fünf Jahren gemeinsamer Arbeit veröffentlichten Sosa und Keita 2017 dann das Album "Transparent Water". Aufgenommen am 25. 28.07.2019 beim Glatt & Verkehrt Festival in Krems, Österreich.

Freitag 23:03 Uhr SWR2 Rheinland-Pfalz

SWR2 NOWJazz

Moondog Revisited Jazzer*innen auf den Spuren von Louis Hardin Von Thomas Loewner Der Amerikaner Louis Hardin - besser bekannt als Moondog - gehört zu den schillerndsten Musikerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Berühmtheit erlangte er als Straßenmusiker in New York: rund drei Jahrzehnte verbrachte er regelmäßig an der Ecke 6th Avenue/54th Street, trug Gedichte vor und spielte seine Musik: eingängige Melodien, den Gesetzen des Kontrapunkts folgend und unterlegt mit Perkussion, inspiriert von traditionellen indianischen Rhythmen. Bis zu seinem Tod im Jahr 1999 hat Moondog ein umfangreiches Werk erschaffen, auf das sich Jazzmusiker*innen bis heute immer wieder beziehen.

Freitag 23:04 Uhr HR2

Doppelkopf

Am Tisch mit Sven Kuntze, "Alter Gentleman" Zehn Jahre nach seinem Bestseller "Altern wie ein Gentleman" lässt uns Sven Kuntze an seinen Erfahrungen als fortgeschrittener Rentner teilhaben. Seinen (Un)ruhestand hat er bisher stets heiter verbracht und dabei verstanden, jede Verantwortung zu vermeiden. Doch wird es so einfach weitergehen im achten Jahrzehnt?

Samstag 00:05 Uhr Deutschlandfunk

Mitternachtskrimi

Monk Von William Faulkner Regie: Manfred Mixner Mit Christian Brückner Produktion: SFB 1997 Länge: 53"58 Die 1930er-Jahre im US-Staat Mississippi. Der leicht debile Monk, der als verwildertes Kind bei der Leiche seiner Großmutter gefunden worden war, wird beschuldigt, einen Mann erschossen zu haben. Schon eine Stunde nach dem Mord kann sich der Junge nicht mehr erinnern, was geschehen ist, streitet aber auch nichts ab. Er scheint eine Ansprache halten zu wollen, doch niemand kann oder will ihn verstehen. Da Monk alleinstehend und mittellos ist, weist ihm das Gericht einen Pflichtverteidiger zu, einen blutigen Anfänger, der gegen den ehrgeizigen jungen Staatsanwalt, der auf einen Sitz im Kongress schielt, keine Chance hat. Monks Anwalt versucht nicht einmal, auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren, und so wird Monk zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe verurteilt. Fünf Jahre später gesteht der wahre Mörder die Tat. Kurz bevor Monk daraufhin begnadigt werden soll, erschießt er den Gefängnisaufseher, seinen einzigen Freund. Warum? Monk

Donnerstag Samstag